
Halt geben trotz Trauma – HAG
Der Hintergrund
Kinder brauchen für ihre gesunde Entwicklung Erwachsene, Bindungspersonen, die in der Lage sind,
feinfühlig auf ihre Bedürfnisse zu reagieren. Zu erkennen, was ein Kind zeigt, es richtig zu verstehen und
dann adäquat zu beantworten, bedarf eines stabilen eigenen Selbst. Von Traumafolgen Betroffene sind
in ihrem Verhalten und Erleben oft eingeschränkt, ihr Selbst (-Vertrauen, -Bild, -Sicherheit, Körperselbst) ist
durch das traumatische Erleben erschüttert.
Sie brauchen eine Möglichkeit, einen heilsamen Ort, um die fragmentierten Erfahrungen wieder zusammenzufügen. Und es ist notwendig, die dazu hilfreichen Methoden einzuüben und zu reflektieren. Insbesondere Eltern von kleinen Kindern fehlt oft der Raum und die Zeit, sich um sich selbst und die eigene Heilung zu kümmern. Die im Folgenden beschriebene Gruppe soll diesen Raum bieten, damit Eltern sich stabilisieren und verbinden können, was ihnen ermöglicht, feinfühlig mit ihren Kindern in Kontakt zu sein.
Zielgruppe
Die Stabilisierungsgruppe richtet sich an Mütter, die unter einer Traumafolgestörung leiden und bei
Netzwerk Familie begleitet sind. Die Zielgruppe erreichen wir über die Familienbegleitung und die
Fachstelle für Bindung und Entwicklung mit den Angeboten SAFE® und EPB. Die geschlossene Gruppe
umfasst zwischen 5 und 9 Teilnehmerinnen.
Umfang
Es sind 6 Kursnachmittage/-abende wochentags zu je 3 Stunden (mit kleiner Pause), im Abstand von 3-4
Wochen geplant. Die beiden leitenden Traumafachberaterinnen sind als sicherer Hafen wochentags
telefonisch erreichbar.
Inhalte
Die Gruppe bietet die Möglichkeit, in einer wertschätzenden Atmosphäre die belastenden und/oder
überfordernden Erfahrungen schonend und nachhaltig zu verarbeiten. Die Details werden zum eigenen
Schutz und dem der anderen Gruppenmitglieder nicht in der Gruppe besprochen. Als wichtige Grundlage
für die Traumaarbeit erlernen die Teilnehmerinnen Selbstberuhigungstechniken, die gut auch außerhalb
der Gruppe anwendbar sind und schnelle Erleichterung bringen können. Ressourcen werden identifiziert
und aktiviert. Für eine nachhaltige Verbesserung werden die angewendeten Methoden und Techniken
laufend wiederholt und eingeübt. Weitere Inhalte sind: Psychoedukation, Stressbewältigung,
Distanzierung, heilsame innere Bilder, Selbstfürsorge ...
Das Ziel
Die Mütter erleben einen Zugewinn an Sicherheit und Vertrauen, der ihnen die Bewältigung des Alltags
spürbar erleichtert. Durch Psychoedukation verstehen sie die Zusammenhänge ihres momentanen
Erlebens mit früheren Erfahrungen. Sie beherrschen Techniken zur eigenen Stabilisierung und können
dadurch für ihre Kinder als Co-Regulatoren zur Verfügung stehen. Die Rückbesinnung auf eigene
Ressourcen und die Schöpfung neuer Kraftquellen ermöglicht ihnen, in Verbindung mit sich und ihrer
Familie zu sein.