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„Hugo Kleinbrod begeisterte alle“

Mit seinen ab 1946 in Schönenbach durchgeführten Ferienlagern brachte er den Stein für die Gründung des „Kinderdorfs Vorarlberg“ ins Rollen: Kaplan Hugo Kleinbrod, der 2010 100 Jahre alt geworden wäre, ist vielen auch heute noch unvergesslich. Der Aufbau des Vorarlberger Kinderdorfs kann als sein Lebenswerk angesehen werden.

Von 1924 bis 1932 besuchte der gebürtige Dornbirner das Gymnasium in Bregenz. Am 29. Juni 1936 wurde er nach seinem Theologiestudium in Innsbruck und dem Priesterseminar in Brixen zum Priester geweiht, im November 1937 begann er als Pfarrhelfer in Lustenau-Kirchdorf, ein knappes Jahr später als Aushilfspriester in der Erlöserkirche Rheindorf.

Zehn Jahre dauerte sein Wirken in Lustenau – für viele Lustenauer und Lustenauerinnen ist er nach wie vor unvergesslich. Den Buben hat er das Fußballspielen beigebracht und „jedem Menschen geholfen“, wie sich Hans Nagel, Präsident des SC Austria Lustenau, erinnert. „Oft hat er das letzte Stück Brot oder die letzte Kartoffel hergegeben. Hugo Kleinbrod war einmalig, er begeisterte alle.“ Mit der nach ihm benannten Kapelle im Austria-Dorf in Lustenau wurde dem Kaplan 2007 ein nachhaltiges Denkmal gesetzt.

In lebendiger Erinnerung sind die Ministrantenlager geblieben, die Kaplan Kleinbrod auch in den Sommern 1939 und 1941 durchführte. Damit geriet er ins Visier der nationalsozialistischen Machthaber und kam wegen „starker Beeinflussung der Jugend“ für drei Wochen in Gestapo-Haft. Ende 1941 musste er einrücken, er war Sanitäter an der Westfront. Schon während seiner schlimmen Erfahrungen in den Kriegswirren hat sich Kleinbrod vorgenommen, sich nach Kriegsende für die Kinder der gefallenen Soldaten einzusetzen. Im September 1944 geriet er selbst noch in Gefangenschaft, aus der er im Dezember 1945 entlassen wurde.

Bereits 1946 kam Kaplan Kleinbrod seinem Vorsatz nach und sammelte Lebensmittel, um im Rahmen von Ferienlagern in Schönenbach Erholung für „gesundheitlich gefährdete Kinder“ zu bieten. Die Aktion weitete sich aus, als Kleinbrod im Herbst 1948 nach Bregenz Herz-Jesu versetzt wurde.

Am 13. Jänner 1951 wurde auf seine Initiative der Verein Kinderdorf Vorarlberg gegründet – zur Namensänderung in „Vorarlberger Kinderdorf“ kam es erst 1991. Ziel war bereits damals neben der Ferienaktion ein Kinderdorf für Waisen zu errichten. Zuerst als Kinderheim geführt, sollte es bis 1957 dauern, bis die erste Kinderdorf-Familie in die „Alte Mühle“ in Au-Rehmen einziehen konnte.

Hugo Kleinbrod war in vielem seiner Zeit voraus, in seinem Ja zu Kindern und damit zur Weiterentwicklung richtungsweisend für das Vorarlberger Kinderdorf. Warum es zum Abschied von Kaplan Kleinbrod vom „Kinderdorf“ gekommen ist, dürfte verschiedene Gründe gehabt haben, u. a. Zerwürfnisse in Kompetenzfragen sowie über die Schwerpunkte beim Einsatz von Vereinsmitteln zwischen ihm und dem Vorstand bzw. der Verwaltung in Bregenz. Zur endgültigen Trennung kam es 1965, nachdem er laut bischöflichem Dekret als Pfarrprovisor nach Viktorsberg versetzt worden war. Anlässlich des 50-Jahr-Jubliäums des Vorarlberger Kinderdorfs beschrieb Geschäftsführer Dr. Christoph Hackspiel die Zeit, als Kleinbrod seinen Abschied nahm:

Und wie immer, wenn Organisationen wachsen, wachsen auch die organisatorischen Anforderungen. Die Pioniere müssen sich entscheiden, ob sie direkt bei der Basis bleiben oder Führungsaufgaben übernehmen. Hugo Kleinbrod ist bei den Kindern geblieben. Vielleicht auch darum, weil er so nahe bei den Kindern geblieben ist, hat er die komplexen Erfordernisse einer wachsenden Organisation nur mehr schwer verstanden. Immer mehr Kinder und ebenso viele Gesetze und Vorschriften konfrontierten ihn mit unserer ordnungsorientierten Erwachsenenwelt, die sich eben in vielem nicht spontan und ursprünglich den Bedürfnissen der Kinder unterordnet.

Ab 1966 unterstützte Hugo Kleinbrod seinen ehemaligen Studienkollegen Rudolf Bacher beim Aufbau eines Kinderdorfes in Lesotho, Südafrika – es sollte seine letzte große Aufgabe sein. Am 27. April 1970 starb Kaplan Kleinbrod im Zuge einer Meniskusoperation nach einer Lungenembolie.

2002 wurde im Kinderdorf Kronhalde das nach ihm benannte Hugo-Kleinbrod-Haus errichtet.

Geschichte des Vorarlberger Kinderdorfs

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