
„Ich fühlte mich immer geliebt und akzeptiert“: Wie Pflegeeltern für Kinder zu Perspektivengebern werden
„Meine Pflegeeltern sind sehr offen damit umgegangen. Sie sehen mich als ihr eigenes Kind wie ihren leiblichen Sohn, aber alle wussten, dass ich ihr Pflegekind bin.“ Auch im Kontakt zu ihrer Herkunftsfamilie wurde sie von ihren Pflegeeltern unterstützt. Die Gründe, warum sie in einer Pflegefamilie aufwuchs, erfuhr die junge Montafonerin mit zwölf – zu einem Zeitpunkt, als das „Warum“ für sie eine große Rolle spielte. „Meine Pflegeeltern und die Pflegekinderhilfe haben gewartet, bis ich etwas älter bin – damit ich mich mit dem Thema beschäftigen und alles wirklich verstehen kann.“
Viel Rückenstärkung
„Ich habe mich immer geliebt und akzeptiert gefühlt“, erzählt die 22-Jährige. Dennoch hätten sie vor allem in der Pubertät viele Fragen und Emotionen beschäftigt. Auch in dieser nicht einfachen Zeit konnte sie sich auf die Rückenstärkung ihrer Pflegefamilie verlassen. „Ich bekam viel Verständnis, aber auch Ermutigung“, sagt Ayleen. „Meine Pflegeeltern glaubten an mich und vertrauten in meine Fähigkeiten. So schaffte ich es auch, meinen beruflichen Traum, Krankenpflegerin zu werden, in die Tat umzusetzen.“

Was ist anders bei mir?
Entscheidend für die gelingende Biografie eines Pflegekindes sind laut Claudia Hinteregger-Thoma Bezugspersonen, die ein Gefühl von Geborgen-Sein vermitteln können. „Wichtig ist, dass jemand da ist, der an das Kind und seine Fähigkeiten glaubt“, so die Pflegekinderhilfe-Leiterin vom Vorarlberger Kinderdorf. „Denn in einer Pflegefamilie aufzuwachsen heißt, vieles integrieren zu müssen und mit der Frage zu leben: Was ist anders bei mir?"
Podcast-Folge mit Pflegekind
Mit dieser Frage setzte sich auch Carmen Simma auseinander. Mit fünf Jahren kam sie mit ihren zwei leiblichen Schwestern in eine Pflegefamilie. Die 26-Jährige erzählt in Folge 12 des Vorarlberger-Kinderdorf-Podcast „Traut euch Kinder!“ mit großer Offenheit, wie es für sie war, plötzlich neue Eltern zu bekommen. Sie spricht über ihre Zerrissenheit in der Pubertät, den Verlust ihres geliebten Pflegevaters und warum es ihr so wichtig ist, sich für Pflegekinder und ihre Familien einzusetzen. Auf authentische und berührende Art und Weise schildert Carmen, was Familie im Kern bedeutet.
« Podcast mit Carmen Simma
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