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„Der Schlüssel ist Beziehung“

Um Kinder vor Armut, Gewalt und Chancenungleichheit zu schützen, brauchen Familien mehr Unterstützung. Dies fordert das Vorarlberger Kinderdorf aus Anlass des Internationalen Tags der Kinderrechte.

Vorarlberg soll 2035 der chancenreichste Lebensraum für Kinder sein. Dieses Ziel im Zuge der Entwicklung der „Marke Vorarlberg“ sei ein „guter Vorsatz, dem jedoch rasch Taten folgen müssen“, so Christoph Hackspiel, Geschäftsführer des Vorarlberger Kinderdorfs, anlässlich des heutigen Tags der Kinderrechte. 19.000 Kinder in Vorarlberg sind ausgrenzungs- und armutsgefährdet, etwas über 5000 Kinder leben mit dem Existenzminimum.

Täglich viele kleine Stiche

Für Kinder, die in Armut aufwachsen, gehen bedrückende Lebensbedingungen einher mit sozialer Ausgrenzung, Isolation und Beschämung. „Das Wissen, nicht mithalten zu können, belastet“, erläutert Christoph Hackspiel. „Es sind täglich viele kleine Stiche: bei der Kleidung, beim Fahrrad, in der Unterstützung bei Hausübungen, bei den Möglichkeiten, ein Instrument oder Schifahren zu lernen, für Vereinsmitgliedschaften oder Urlaubsfahrten.“ Vor allem würde es Eltern, die in anhaltend existenzbedrohenden Bedingungen leben, an Kraft fehlen, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen.

Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung

„Wir müssen die unglaublich schwierigen Lebensverhältnisse sehen, unter denen Familien das Beste für ihre Kinder wollen“, meint die Kinderschutzexpertin Anneli Kremmel-Bohle. „Eltern, die krank, erschöpft und überfordert sind, können sich nicht liebevoll um ihre Kinder kümmern.“ Im Gegenteil: Sie greifen auch eher zu drastischen Erziehungsmethoden. Fast 19.000 Kinder und Jugendliche in Vorarlberg erleben Zuhause einen gewaltbereiten Erziehungsstil bis hin zur Misshandlung. Um Kindern das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung zu sichern, sind laut der Kinderschutzexpertin vor allem Maßnahmen wichtig, um die Lebensbedingungen benachteiligter Familien zu verbessen. „Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns stellen müssen“,
so Anneli Kremmel-Bohle.

Zunehmende emotionale Armut

Es brauche starke Beziehungs- und Präventionsnetzwerke, um Familien ein Mehr an sozialer Geborgenheit zu geben. Denn quer durch alle Schichten sei eine „zunehmende emotionale Verarmung und seelische Kälte“ spürbar. „Der Schlüssel ist Beziehung, egal in welcher Familie ein Kind aufwächst“, so Kremmel-Bohle. Bei allem, was Familien zu leisten hätten, sei viel mehr an Unterstützung notwendig. Die tägliche Arbeit im Vorarlberger Kinderdorf zeige, dass „Familien ungeheuer unter Druck und oft sehr allein gelassen sind, weil tragfähige private Netze fehlen“. Bis Kinder und Familien in ihrer Not gehört und gesehen werden, dauere es oft viel zu lange.

Investition in Frühe Hilfen

Die Kinderschutzeinrichtung fordert deshalb verstärkte Maßnahmen, um Familien zu stärken, u. a. durch den Ausbau von Beziehungsnetzwerken, Prävention und Frühen Hilfen. Ebenso seien leistbare Kinderbetreuung, leicht zugängliche Hilfestellungen für benachteiligte Familien und Maßnahmen zur Stärkung der Eltern-Kind-Bindung sowie elterlicher Feinfühligkeit vonnöten.

Kinderrechte im Alltag

Allen Kindern unabhängig von Status und Herkunft möglichst gute Chancen zu bieten, ihre Talente und Ressourcen zu aktivieren, sei ein Gebot der Stunde. „Auch volkswirtschaftlich gesehen können wir es uns nicht leisten, Wachstumspotenziale verkümmern zu lassen“, betont Christoph Hackspiel. Im Alltag bräuchten Kinder mehr Fürsprecher, die sich für die Durchsetzung ihrer Rechte stark machen, die hinschauen und sich einmischen, wenn Kinder vernachlässigt, gedemütigt, gekränkt oder verletzt werden – und das nicht nur zum Tag der Kinderrechte.

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