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Eltern müssen nerven und dranbleiben

Wenn zu den Sorgen und Nöten aufgrund der Corona-Krise noch Ängste in Bezug auf pubertätsbedingte Veränderungen beim Kind treffen, sind Eltern ganz besonders gefordert. In Beziehung bleiben und sich nicht auf Machtkämpfe einlassen, lautet die Devise - auch wenn's schwer fällt, meint Psychotherapeut Bertram Ertl.

Gerade in der aktuellen Situation ist ein gelassener Umgang mit scheinbar unlösbaren Schwierigkeiten wichtig. Für viele Eltern kommen zu den Sorgen und Nöten aufgrund des Corona-Virus auch noch Ängste in Bezug auf die Veränderung bei ihrem pubertierenden Kind, weiß Bertram Ertl, Sozialarbeiter und Psychotherapeut beim Familiendienst des Vorarlberger Kinderdorfs. Die Pubertät markiert einen fundamentalen Umbau der Person auf körperlicher, emotionaler und sozialer Ebene.

Die freche Röhre

Wie frech ein Pubertierender und wie schwierig sein Verhalten auch sein mag, er ist niemals böse. Er braucht uns Eltern mehr denn je. Die Pubertierenden wissen nicht, wie sie mit uns umgehen sollen und umgekehrt. Erziehung wie bisher funktioniert nicht mehr. Die von den Eltern angebotene Hilfe wird von Pubertierenden oft ausgeschlagen.

Erziehung wird zur Beziehung

In der Pubertät spüren Eltern, dass Kinder zur Bestätigung der eigenen Identität nicht mehr zur Verfügung stehen. Denn gerne leiten Eltern ihre Identität von ihren braven, leistungsorientierten Kindern ab. Die Erziehung, die nicht mehr funktioniert, soll zur Beziehung werden. Die Frage ist, ob Eltern das können. Pubertierende Jugendliche sind oft traurig oder nicht sehr glücklich, weil die entsprechenden Botenstoffe wie z.B. Oxytocin (Kuschelhormon) nicht in dem Maße ausgeschüttet werden, wie sie es in der Kindheit wurden. Damals gab es die einfache Begeisterung für jeden kleinen Erfolg, der vom Körper belohnt wurde. Dieses Erfolgserlebnis fehlt in der Pubertät komplett.

Eltern müssen am Jugendlichen „dranbleiben“

In dieser Umbruchphase müssen Eltern nerven, indem sie die Beziehung zu ihren erwachsen werdenden Kindern nicht aufgeben. Immer gilt es, im Wertschätzungsmodus zu bleiben, auch wenn unsere "Pubertiere" dazu nicht in der Lage sind.

Das Schlimmste wäre das Alleinlassen

Dieses Üben elterlicher Präsenz ist wichtig und signalisiert: „Du, ich bin da!“ Dahinter steht beim Jugendlichen auch die Antwort auf die Frage aller Fragen: „Liebt man mich auch, wenn ich nicht lieb bin?“ Die Pubertät ist für Eltern die große Versuchung, in Herrschaftsstrukturen zu verfallen. Dieser Versuchung sollten Eltern unbedingt widerstehen, denn gegenseitige Machtkämpfe gehen für beide Seiten verloren. Pubertät kann aus Elternsicht nur mit Gelassenheit gelingen. Sie ist dazu da, dass aus Kindern junge verantwortungsvolle Erwachsene und später Freunde werden. Wenn Jugendliche schon als Kinder ihr „Eigenes“ an sich entwickeln konnten, kann auch Pubertät gut gelingen.

Bertram Ertl ist Sozialarbeiter und Psychotherapeut beim Familiendienst des Vorarlberger Kinderdorfs. Er hat zwei Kinder, 11 und 13 Jahre.

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