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„Miteinander, das alle stärkt“

Bildungsnetzwerk für Neue Autorität lud zur Fachtagung nach Lustenau: Kinder brauchen Weggefährten, die mit aller Kraft und wacher Präsenz für sie da sind.

Ein volles Haus, ein interessiertes Publikum und namhafte ReferentInnen: Die von Franz Josef Köb moderierte Fachtagung „Stärke statt Macht“ richtete sich an ExpertInnen aus (sozial)pädagogischen und therapeutischen Berufen, an Erzieher- und BeraterInnen, die in ihrer täglichen Arbeit immer wieder Kinder erleben, die alle Grenzen sprengen. Die Initiatoren Wolfgang Burtscher vom Ambulanten Familiendienst des Vorarlberger Kinderdorfs und Christoph Wund, Direktor der Volksschule Kirchdorf Lustenau, beschrieben zum Auftakt die Grundhaltung, die hinter dem Konzept der Neuen Autorität nach Haim Omer steht: „Dasein mit aller Kraft, mit wacher Präsenz, mit Widerstands- und Durchsetzungskraft, um gewaltlos Ziele erreichen zu können.“

Stärke und Beziehung statt Macht

Dabei stehe immer die Beziehung im Vordergrund: „Beziehung kommt vor Erziehung“, zitierte Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer einleitend Remo Largo. Es gelte, „immer die Beziehung zu suchen“, betonte auch die Organisationsberaterin Claudia Seeveldt vom Netzwerk für Neue Autorität. Dies sei für Eltern und PädagogInnen zunehmend problematisch: „Viele Erwachsene haben Schwierigkeiten, ihren Kindern gegenüber Präsenz zu zeigen und erleben sich als wenig handlungsfähig.“ Wichtig sei zu signalisieren: „Wir geben dir nicht nach, und wir geben dich nicht auf!“ Um dies zu leben, müsse an die Stelle der traditionell negativ besetzten „Autorität“ ein neues Konzept treten, das auf Stärke und Beziehung basiert.

Hilfreiche Kooperationen gefragt

Das Modell der Neuen Autorität sei dabei „kein Ratgeber für den besten Erziehungsstil, sondern Orientierung und Hilfe, die eigene Positionierung zu finden“. Lehrer und Eltern befinden sich laut Seeveldt in einer ganz ähnlichen Situation: „Beide sind relativ isoliert und verunsichert. Es gibt mehr Konkurrenz als Solidarität und wenig gesellschaftliche Anerkennung.“ Seeveldt plädiert für ein „Miteinander, das alle stärkt“, eine neue Kooperation zwischen Eltern und Schule, die hilfreich ist, damit sich alle Kinder gut entwickeln können.

Unterschiede und Ressourcen sehen

Beziehungen brauchen Fairness und Vertrauen. Dazu muss nach Uri Weinblatt, der mit Haim Omer Modelle des gewaltfreien Widerstands entwickelt hat, die Scham als dominierendes Gefühl in Interaktionen reguliert werden. „Scham entmutigt und verhindert Lernen und Fortschritt“, konstatierte der Psychologe. Um wertschätzende, respektvollere Beziehungen zu erlangen müsse „Schamregulation“ trainiert werden, denn wer sich schämt verspürt eine Niederlage und Geringschätzung. „Wir alle wollen das Beste für unsere Kinder. Es geht nicht darum, den Schuldigen zu finden.“ Letztlich müssen Gespräche so geführt werden, dass niemand beschämt wird – und dadurch konstruktive gemeinsam getragene Lösungen möglich werden. Vertrauen spielte auch im Vortrag des Elterncoachs Martin Lemme eine zentrale Rolle: „Das bedeutet, dem anderen eine gute Absicht zu unterstellen.“ Ebenso wie Fähigkeiten und Chancen in den Fokus zu stellen: „Wir brauchen eine Haltung, die Unterschiede und Ressourcen sieht.“

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