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Wenn alles anders ist

Wie Übergänge gut bewältigt werden können: Der Psychologe Wilfried Griebel eröffnete die 11. Auflage „Wertvolle Kinder“.
Der Wechsel vom Elternhaus in Kindergarten oder Schule ist im Leben eines Kindes ein wichtiger Schritt. Nicht immer sind diese unabdingbaren Veränderungen, die zum Kinderleben gehören, von Freude und Neugier, sondern nicht selten von Stress, Unsicherheit  und Ängsten begleitet. Alles ist neu, auch die Erwartungen an das Kind, die gerade in dieser Zeit oft einen riesigen Entwicklungssprung machen.

Plötzlich zählt jedes Wort
Vor allem der Eintritt in die Schule ist verbunden mit einem Zuwachs an Beziehungen und Rollen, aber auch mit Verlust und Verarbeitungsleistungen. „In kürzester Zeit muss das Kind komplexe Anforderungen bewältigen“, so Griebel, der beim Übergang in die Schule die Bedeutung der Sprache betonte. „In der Schule zählt jedes Wort. Es ist schlimm, wenn das Kind in eine Umgebung kommt, wo seine Sprache nichts mehr wert ist.“ Dringend rät Griebel zur Förderung des sprachlichen Selbstvertrauens. „Machen Sie den Kindern Mut, sich zu äußern.“

Auch Eltern kommen in die Schule
Gefordert seien aber auch die Eltern, die einem „verschärften Kindervergleich“ ausgesetzt und oft unsicher bezüglich der an sie gerichteten Erwartungen seien. Hier könne beispielsweise ein Elternabend am Ende des letzten Kindergartenjahres hilfreich sein. „Laden Sie doch Eltern ein, deren Kind bereits die erste Klasse besucht. Von diesen Erfahrungen können Sie nur profitieren.“  Überhaupt sei es nötig, sich so umfassend wie möglich darüber zu informieren, was auf einen zukommt. „Übergänge sind Familienangelegenheiten“, so der Diplompsychologe. „Alle Familienmitglieder sind gefordert, mit neuen Erwartungen und Anforderungen konfrontiert. Je vorhersehbarer, erwünschter und kontrollierbarer die Veränderungen sind, desto eher werden sie auch als positiv erlebt.“  Auch die Möglichkeit, zu hospitieren, sollte von Schulen in größerem Maße angeboten und von Eltern in Anspruch genommen werden.

Kooperation fördert den Lernerfolg
Wenn der Übergang gelingt, fühlt sich das Kind wohl, es lernt effektiv und kann seine Kompetenzen stärken. Dabei fördere eine vertrauens- und verständnisvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus den Lernerfolg nachweisbar. „Die Kompetenz, Übergänge gut zu bewältigen, ist die Kompetenz des sozialen Systems. Gelingt dies nicht, ist es nicht die Schuld des Kindes“, stellte Wilfried Griebel fest. Weit mehr sollten sich auch die einzelnen Einrichtungen als „zusammenhängendes Bildungssystem“ begreifen und miteinander kooperieren. Gerade, was die Vernetzung von Kindergarten und Volksschule anbelangt, bestehe Handlungsbedarf.

Eltern sind die Experten ihrer Kinder
„Es ist wichtig, ins Gespräch zu kommen“, betonte Griebel zum Schluss noch einmal den hohen Bedarf an wohlwollender Kommunikation aller Beteiligten. Dabei gelte es auch auf Seite der Lehrerschaft, Verständnis für Eltern aufzubringen, die sich schwertun, ihre Kinder „loszulassen“ bzw. noch mehr an Begleitung beim Nachwuchs orten, indem sie die Erstklässler z. B. in den Schulhof begleiten: „Eltern sind die Experten ihrer Kinder, sie sind mit ihren Auf und Abs immer emotional verbunden.“

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