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Highlight: „Kindheit(en) in Vorarlberg

Das 2017 präsentierte und bereits in der zweiten Auflage erschienene Buch „Kindheit(en) in Vorarlberg“ bietet ein packendes Stück Zeitgeschichte.

„Angeeckt hab‘ ich überall, bis aufs Bundesheer bin ich aus sämtlichen Institutionen geflogen, Pfadfinder, Ministranten, Jungschar usw. – deshalb wurde ich dann auch mit zehn in ein Feldkircher Internat gesteckt . . . was meine Energien nur noch verdoppelt hat. Auch diese Epoche endete mit Rauswurf. Rock’n’Roll!“ Reinhold Bilgeri schildert im Buch „Kindheit(en) in Vorarlberg“ sein Aufwachsen in Hohenems. In enger Freundschaft mit Michael Köhlmeier spielte sich seine Kindheit meist draußen ab, wo „wir unsere Parallelwelten gezimmert haben, in denen wir heute noch zu Hause sind ... “

Geschichten, die zu Herzen gehen

Ehrlich-nüchtern und gerade deshalb emotional berührend erzählen 38 Frauen und Männer, quer durch alle sozialen Schichten, von ihrer Kindheit in Vorarlberg. Der älteste Autor ist 1932 geboren, die jüngste Autorin 1996. Aufgewachsen sind sie in Unternehmerfamilien, auf dem Bauernhof oder im Kinderdorf, als Kind von Migranten, „Hippies“ oder im kleinbürgerlichen Milieu. Wir lesen von einem hungernden Kind im reichen Vorarlberg der 1990er Jahre, von Kindern, die glücklich und wild durch die Felder streifen, vom Grauen eines Erziehungsheims – um nur einige Inhalte ins Rampenlicht zu stellen. Unabhängig davon, ob jemand heute als prominent gilt oder nicht, gehen die Geschichten zu Herzen, weil sie nicht erfunden, sondern wahr sind. Sie zeigen, dass es die Kindheit nicht gibt. Kindheit kann im Extremen Himmel oder Hölle auf Erden sein, mit vielen Abstufungen und Schattierungen dazwischen.

Spannender Lesestoff auf 300 Seiten

Die Erzählungen sind eingebettet in Aufsätze, die den gesellschaftlichen Rahmen für diese Kindheiten abstecken: Die Veränderungen in der rechtlichen Stellung von Kindern, die Positionierung der Schule im Spannungsfeld von Kirche und Staat, die Geschichte des Vorarlberger Kinderdorfs und der sozialpolitische Kontext werden aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Sie sind Vertiefungen und Horizonterweiterungen dafür, was Kinderrechte bedeuten. Das sorgfältig editierte Buch präsentiert ein spannendes, ein wichtiges Stück Vorarlberger Landesgeschichte und ist auch eine psychologische Fundgrube für den Rucksack oder eben die Schatzkiste, die in der Kindheit mit Erfahrungen gefüllt wird. Triumph und Tragödie der Kindheit auf dreihundert spannenden Seiten mit vielen Bildern – das geht unter die Haut.

Buchtipp: Kindheit(en) in Vorarlberg, Hg. Vorarlberger Kinderdorf, Bucher Verlag 2017, Hardvocer 18,5 x 27 cm, 296 Seiten, 28 Euro, ISBN 978-3-99018-187-4.

Mit Kindheitsgeschichten von: Anton Amann, Bernhard Amann, Herwig Bauer, Jutta Berger, Reinhold Bilgeri, Angelika Böhler, Hüseyin I. Çiçek, Verena Daum, Toni Eberle, Theo Fritsche, Eva Grabherr, Stefan Grabher, Julia Ha, Ulrike Hagen, Monika Helfer, Melitta Hinteregger-Doppelmayr, Toni Innauer, Divna Kasap, Nadine Kegele, Franz Josef Köb, Manfred Koretic, Sonja Lang, Albert Lingg, Olivia Mair, Marlies Mohr, Nicole Nussbaumer, Meinrad Pichler, Stefan Pohl, Sabine Reiner, Hubert Rhomberg, Othmar Sahler, Johannes Schmidle, Heidi Senger-Weiss, Fatima Spar, Martin Steiner, Martina Walch, Kurt Winkler

VN, Jänner 2018: Bestseller Sachbuch, Nr. 1: Kindheit(en) in Vorarlberg

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