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Frühe Hilfe oder dauerhafte Heimat

Vorarlberger Kinderdorf präsentiert seinen aktuellen Jahresbericht: Durch tragfähige Beziehungsnetzwerke Gewaltstrukturen durchbrechen und Ausweglosigkeit überwinden.

Auch im Vorjahr verstärkte das Vorarlberger Kinderdorf seine präventiven Bemühungen, um bedrohlichen Krisen und Belastungen im Alltag vorzubeugen. Beeindruckende 24.485 Stunden leisteten Freiwillige, um Familien durch das Ehrenamt mit Kindern und Babys den Rücken zu stärken. Auch der Spielbus brauste wieder durchs Land. Der bunte Bus bot für fast 2300 Kinder Spiel und Spaß sowie unkomplizierte Beratung für Eltern.

Verschärfungen für Familien

435 Familien mit 895 Kindern konnten vom Fachbereich „Netzwerk Familie“ rund um den Zeitpunkt der Geburt eines Babys erreicht werden. Als Belastungsfaktor haben „starke Zukunftsängste“ neben sozialer und sprachlicher Isolation deutlich zugenommen. Für aufgrund von Armut und sozialer Herkunft benachteiligte Familien hielt das vergangene Jahr laut Alice Hagen-Canaval weitere Verschärfungen bereit. „Einsparungen gehen zu Lasten von kinderreichen Familien und reduzieren die Zukunftschancen von Kindern“, so die Leiterin des Ambulanten Familiendienstes. 783 Kinder in 358 Familien wurden von fünf Regionalteams begleitet. Mehr als die Hälfte der neu zugewiesenen Familien hatten mit Überbelastung und existenziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.

„Mehr Kinder, die alle Systeme sprengen“

Auch in den stationären Bereichen stiegen die Anforderungen. „Verstärkt erleben wir massiv verunsicherte Kinder und Jugendliche, die sich über alle Regeln des Zusammenlebens hinwegsetzen“, berichtet Verena Dörler, die das Kinderdorf Kronhalde leitet. 2017 wurden 76 Kinder und Jugendliche in Kinderdorffamilien und familiären Wohngruppen betreut. 245 Kinder fanden in Pflegefamilien ein neues Zuhause, 31 Säuglinge und Kleinkinder für im Durchschnitt drei Monate in privaten Krisenpflegefamilien. In der Paedakoop hatten 82 Kinder und Jugendliche die Chance, die massiven Schwierigkeiten in ihrem sozialen Umfeld zu überwinden.

Hohe Belastbarkeit gefordert

„Die von uns betreuten Kinder und Jugendlichen bringen Traumatisierungen, fehlende Bindungserfahrungen und oft eine hohe Gewaltbereitschaft mit“, so Claudia Müller, Leiterin der Qualitätsentwicklung des Vorarlberger Kinderdorfs, anlässlich der Präsentation des aktuellen Jahresberichts. „Hohe Belastbarkeit und persönliche Stabilität“ sei von den knapp 300 MitarbeiterInnen in sieben Fachbereichen und 30 Lehrpersonen gefordert, um den Herausforderungen gerecht zu werden.

Gelingende Beziehungen stiften

Insgesamt werden über 2900 Kinder und deren Familien im Auftrag der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe sowie im freiwilligen Kontext vom Vorarlberger Kinderdorf präventiv, ambulant und stationär unterstützt. Laut Geschäftsführer Christoph Hackspiel geht es darum, Gewaltstrukturen zu durchbrechen, Ausweglosigkeit zu überwinden und gelingende Beziehungen zu stiften. „Es braucht vor allem gute Beziehungsnetzwerke, um zerstörerischer Isolation, Depression und Aggression etwas Positives entgegenzusetzen“, betont Hackspiel.

Mehr Geschichten, Infos & Fakten im Jahresbericht 2017


Ergänzung zum Jahresbericht: Für die Spendenwerbung sowie die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen sind der Geschäftsführer, Dr. Christoph Hackspiel, die Leiterin Kommunikation & Fundraising, Sylvia Steinhauser, und die Leiterin Betriebswirtschaft, Claudia Sohm, MBA verantwortlich. Für die widmungsgemäße Verwendung der Spenden sind der Geschäftsführer, Dr. Christoph Hackspiel, und die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder verantwortlich.

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