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„Früher für benachteilige Kinder da sein“

Vorarlberger Kinderdorf begleitete im Vorjahr über 5000 Kinder und betont einmal mehr die Notwendigkeit verstärkter Prävention.

„Wir müssen noch früher und umfassender für Kinder da sein, die keine guten Lebensbedingungen haben“, fordert Christoph Hackspiel, Geschäftsführer des Vorarlberger Kinderdorfs, anlässlich des aktuellen Jahresberichts. Insgesamt wurden 2012 über 2100 Kinder und Jugendliche in den Fachbereichen FamilienImpulse, Netzwerk Familie, Ambulanter Familiendienst, Auffanggrupppe, Sozialpädagogisches Internat, Pflegekinderdienst und dem Kinderdorf Kronhalde betreut. Weitere 78 Kinder wurden im Rahmen der Besuchscafés bei strittigen Trennungen der Eltern begleitet sowie 86 Kinder in eskalierenden Konfliktsituationen vom Familienkrisendienst. Fast 3000 Kinder hatten Spaß bei Einsätzen des Spielbusses im ganzen Land.

 

Frühe Hilfen für Kinder mit Migrationshintergrund

Netzwerk Familie als gemeinsames Angebot von Vorarlberger Kinderdorf, aks gesundheit und der Kinder- und Jugendfachärzte verzeichnete eine deutliche Steigerung der Neuanfragen, dabei hatten 56 % der 2012 begleiteten Eltern einen Migrationshintergrund. Gerade bei Familien mit Zuwanderungsgeschichte komme es oft zu einer Überlappung mehrerer ungünstiger Lebensbedingungen wie Armut, Arbeitslosigkeit oder Ausgrenzung, betont Christine Rinner, Leiterin der Familienarbeit bei Netzwerk Familie. „Für Kinder sind dies riskante Bedingungen des Aufwachsens, die ihre Entwicklung gefährden.“

 

Isolation: Auslöser für Familienkrisen

Auch im Ambulanten Familiendienst wird die Erfahrung gemacht, dass Isolierung und Vereinsamung von Familien Auslöser für belastende Situationen sind. 561 Kinder in 276 Familien wurden zum Stichtag 31. 12. 2012 ambulant betreut. 44% dieser Familien war alleinerziehend. „Ohne unterstützende Netzwerke ist das, was von Familien erwartet wird, nicht zu leisten“, erklärt Alice Hagen-Canaval und plädiert für die Aktivierung von familiennahen Ressourcen z. B. durch Familiengruppenkonferenzen.

 

Familien und soziale Netzwerke stützen

Generell brauche es mehr familienunterstützende Maßnahmen bereits am Beginn von Problemstellungen sowie Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen, die auch benachteiligten und bildungsfernen Kindern optimale Bedingungen bieten, fordert Christoph Hackspiel. „Jede Zeit und Aufmerksamkeit für unsere Kinder – je früher desto besser – ist die nachhaltigste Investition in unsere Zukunft.“

Jahresbericht anfordern: m.dintner@voki.at; Tel. 05574-4992-12

 

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