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Pflegefamilien in allen Größen gesucht!

„Alles Familie“ heißt es beim Pflegekinderdienst des Vorarlberger Kinderdorfs. Denn Pflegefamilien sind vielfältig und sie werden dringend gebraucht.

240 Kinder und Jugendliche in Vorarlberg leben derzeit in 181 Pflegefamilien. „Neue Anfragen können wir nicht bewältigen“, schlägt Pflegekinderdienst-Leiterin Silvia Zabernigg Alarm. Dabei stehen derzeit sieben Kinder, davon fünf im Kleinkindalter, auf der Warteliste. Noch ist nicht klar, ob für alle diese Kinder, die in Krisenfamilien oder der Auffanggruppe untergebracht sind, tatsächlich Pflegefamilien gebraucht werden. „Diese Entscheidung ist von Gerichten und Gutachtern abhängig.“ Tatsache ist jedoch, dass der Pool mit potenziellen Pflegefamilien leer ist. „Wir haben im Moment nur für ein Baby einen Pflegeplatz“, so Silvia Zabernigg.

Bereicherung und Hürden

Jährlich werden für etwa 20 Kinder neue Pflegefamilien gesucht. Tendenziell werde es schwieriger, Familien zu finden, die sich die Aufgabe zutrauen und darin auch eine Chance auf Familienglück sehen. „Nicht nachvollziehbar“ ist dies für Bianca Domig aus Sonntag, die mit ihrem Mann zwei Pflegekinder aufzieht. Es sei einfach schön, die Kinder im Alter von drei und sieben Jahren auf ihrem Weg zu begleiten. „Wir erleben es als sehr wertvoll, die beiden in ihrer Entwicklung und fürs Leben stärken zu können.“ Dazu gehören neben aller Bereicherung manche Hürden, an denen die Familie aber „im guten Miteinander und in intensiver Zusammenarbeit mit Schule und Kindergarten“  wachsen kann.

Pflegefamilien von XS bis XXL

Keine eigenen Kinder haben zu können, war für das Paar ausschlaggebend, Pflegekinder aufzunehmen. Darüber hinaus sind soziales Engagement oder der Wunsch nach Familienvergrößerung bestimmend. Gemeinsam ist allen Pflegefamilien, dass sie sich für das Wohl von Kindern einsetzen und deren Lebenswege positiv beeinflussen. Auch Alleinerziehende können den Schritt wagen. „Wichtig ist, dass die finanzielle Situation geklärt und ein gutes soziales Netz vorhanden ist“, betont Silvia Zabernigg.

„Absolut beste Alternative“

Für die Psychologin ist das „Modell Pflegschaft“ nach wie vor „die absolut beste Alternative, wenn – vor allem kleine  Kinder – nicht von ihren Eltern versorgt werden können. „Pflegeeltern schenken Kindern die Chance auf ein, normales Aufwachsen‘, sie trösten, versorgen, geben Halt und Orientierung, sie fördern und lieben.“ Darüber hinaus müssen Pflegeeltern mit den leiblichen Eltern kooperieren und Besuchskontakte unterstützen. Offenheit, elterliche Präsenz und ein großes Herz für die Bedürfnisse verletzter Kinder sind Grundvoraussetzungen.

Kinder annehmen wie sie sind

Vor allem wollen Pflegekinder so angenommen werden wie sie sind. Gerti Breuss-Klas vom Pflegekinderdienst erklärt, dass Pflegekinder dazugehören und gegenüber den anderen Kindern in der Familie nicht benachteiligt sein wollen: „Es ist für Pflegekinder so wichtig, dass sie mit ihrer ganzen Geschichte akzeptiert werden.“ Auch stärke es Kinder, wenn sie wissen, warum sie in einer Pflegefamilien sind und die leiblichen Eltern nach wie vor einen Platz in ihrem Leben haben.

Akuter Mangel an Pflegefamilien in Vorarlberg

Durchschnittlich verbringen die Kinder elfeinhalb Jahre in ihrer Pflegefamilie. Manchmal kehrt ein Kind in die leibliche Familie zurück. Zwei Drittel der Kinder jedoch werden in der Pflegefamilie volljährig. Pflegeeltern erhalten ein nach Alter des Kindes gestaffeltes Pflegegeld sowie Familienbeihilfe. Die Pflegemutter kann einen freien Dienstvertrag abschließend und ist dadurch versichert. Pflegemütter können außerdem in Karenz gehen und Kinderbetreuungsgeld beziehen. „Wir freuen uns über jeden Anruf“, richtet Silvia Zabernigg einen Appell an die Bevölkerung. Noch nie wurde mit solcher Dringlichkeit nach neuen Pflegefamilien gesucht, denn die Situation ist ernst: „So eng war es noch nie.“

Für Kinder jeden Alters werden dringend Pflegefamilien gesucht!
Kontakt und Infos: , Pflegekinderdienst des Vorarlberger Kinderdorfs, T +43 5522 82253, pkd@voki.at,

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