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„Spielräume schaffen ist Gebot der Stunde“

„Wertvolle Kinder“ des Vorarlberger Kinderdorfs: Freies Spielen ist für Kinder überlebenswichtig.

Maria.Luisa.Nuesch.2.jpgMaria Luisa Nüesch setzte in der Reihe „Wertvolle Kinder“ des Vorarlberger Kinderdorfs ein kräftiges Signal für mehr Möglichkeiten zum freien Spiel für Kinder. Freies Spiel, das bedeutet selbst gewähltes, nicht angeleitetes Spiel mit einfachen Gegenständen. „Je einfacher das Spielmaterial, desto vielfältiger kann man damit experimentieren“, so die Spielpädagogin und Autorin. 

Schaffen Sie Platz!

Nicht nur das: Je ursprünglicher die Dinge, die Kinder für ihr Spiel verwenden, desto mehr Inspiration und Anregung der Gehirnfunktionen. „Gehen Sie mit einem Sack durchs Kinderzimmer und packen Sie das ganze Spielzeug hinein, wenn sie wollen, dass ihre Kinder gescheit werden“, appellierte die Spielexpertin ans Publikum.

Spielen ist lebenswichtig

„Mit 3, 4 Jahren haben wir die produktivste Phase unseres ganzen Lebens. Kinder würden von morgens bis abends spielen, wenn sie es könnten. Dies ist jedoch immer weniger möglich." Das Zuhause sei prall gefüllt mit vorgefertigtem Spielzeug, böte jedoch keinen Raum zum tiefen Spiel. Ebenso wenig wie Kindergärten als die „eigentlichen Orte des Spielens“. Stattdessen seien diese vollgestellt mit Tischen und Stühlen.

Wenn man sie denn spielen lässt

„Immer mehr Kinder können nicht mehr spielen.“ Für Maria Luisa Nüesch kein Wunder: Laut Studien stehen Kindern heute nur mehr knappe 20 Minuten Spielzeit pro Tag zur Verfügung. Die Pädagogin setzte das freie Spiel in den Gegensatz zum kulturellen Spiel, das immer das Element der Konkurrenz enthält. „Das freie Spiel hat keine festen, sondern bewegliche Regeln, es spiegelt Wärme, Geborgenheit, Wachsamkeit, Harmonie, Gegenseitigkeit und Vertrauen.“ Dies setzt Ruhe voraus sowie die Geduld der Eltern, „die Phase der Langeweile der Kinder durchzustehen". Gelingt dies, gehen Kinder in diesem heilsamen Spiel auf und versinken in eine Welt, die ursprünglich und dem Traum ähnlich ist.

„Ein bisschen Wildheit und Dreck“

Anhand von Bildern erzählte Nüesch Geschichten über das innige vertiefte Spielen der Kinder in Form von Funktions-, Nachahmungs- oder Fantasiespielen: Ein Kasten oder eine Schublade, die das Kind nach Herzenslust ausräumen kann, die alte Umzugsschachtel, die jahrelang als Spielburg dient, die Kissen, Tücher und Decken, aus denen eine Höhle oder ein Schiff gebaut wird, die Federn vom See, mit denen sich Paul blitzschnell in einen kleinen Indianer verwandelt, das Stück Karton und Faden, das zur Gitarre wird und das weite Feld des Spielens draußen: im Wald, am Wasser, im Garten, auf Bäumen. „Kinder brauchen statt Spielplätzen Abenteuer und freies Bewegen für eine ungestörte Entwicklung“, hielt die Kindergartenpädagogin fest. „Ein bisschen von der Wildheit, ein bisschen vom Dreck – vor allem die Buben.“ Da genüge es nicht, Bilderbücher vom Bauernhof anzuschauen – der müsse schon live erlebt werden.

Was in uns steckt

Kinder, die ins freie Spielen gefunden haben, profitieren vielfältig: Konzentration und Begeisterungsfähigkeit werden gefördert, ebenso die Lust am Tun und Lernen, Enthusiasmus und Freude an der Arbeit. „Spielräume schaffen ist das Gebot der Stunde“, fordert deshalb die Spielpädagogin. So müssten die Schulen völlig umgestaltet und zu Abenteuerplätzen werden. „Das Spiel ist in uns allen“, so Nürsch abschließend. „Spiel ist Lebenskraft. Im Spiel findet man das, was man schon immer wollte.“

Mehr Infos zur Reihe „Wertvolle Kinder“ des Vorarlberger Kinderdorfs

Autorin: Mag. Christine Flatz-Posch, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Vorarlberger Kinderdorf.

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